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Foto: R. Richter

Sieg in letzter Minuten gegen Etzenricht

Joker Mohammed Abdallah schießt in der Nachspielzeit das entscheidende Tor

In einer zerfahrenen und insgesamt niveauarmen Partie behielt der 1. FC Bad Kötzting am Samstagnachmittag knapp, aber am Ende nicht unverdient die Oberhand. Als sich beide Teams bereits mit einem Remis abgefunden hatten, schlug der kurz zuvor eingewechselte Mohammed Abdallah bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz in der Nachspielzeit zu. Für die Penzkofer-Elf war es dervierte Sieg in Folge. Damit konnten die Badstädter die 50-Punkte-Marke knacken.

Die Partie vor gut 200 Zuschauern am Roten Steg war eine recht zähe Angelegenheit. Wenig Tempo und eine hohe Fehlerquote prägten die Partie, bei der man schon früh die Ausrichtung der beiden Teams erkennen konnte. Die Etzenrichter standen sehr tief und lauerten auf Konter, die Badstädter waren zwar bemüht, aber zu wenig druckvoll, um die Fuhrmann-Elf vor große Probleme zu stellen.

Es dauerte genau 20 Minuten, bis die Rotblauen zu ihrer ersten guten Gelegenheit kamen. Bei einer Hereingabe von Stefan Hofner schlich sich Walter Müller im Rücken seines Gegenspielers weg, doch SV-Keeper Luca Wittmann konnte retten. Es war ein kleiner Wachrüttler für die Badstädter, die nun die Partie im Griff hatten. Dennoch fehlte bei ihnen weiter die Präzision. Auf weitere gefährliche Aktionen wartete der rotblaue Anhang vorerst vergeblich. Die Partie plätscherte dahin, auch weil die Etzenrichter, die um den Klassenerhalt kämpfen, weiterhin wenig zu einer unterhaltsamen Partie beitrugen. Erst Minuten vor der Pause gab es nochmals zwei Aufreger. Stefan Hofner versuchte es aus der Distanz, verfehlte aber mit seinem Flachschuss das Tor um Zentimeter (40.). In derselben Spielminute setzte sich Dominik Hanninger gut durch und zog aus spitzem Winkel ab. Luca Wittmann rettete dieses Mal reaktionsschnell. Torlos ging es in die Kabine – bis dahin war es Magerkost, was die beiden Teams im Stadion am Roten Steg boten. Ein wenig besser bei den Rotblauen wurde es in Halbzeit zwei. FC-Coach Ben Penzkofer brachte Michael Faber ins Spiel und damit ein wenig mehr frischen Wind. Die Badstädter waren gleich zu Beginn druckvoller. Miroslav Spirek konnte beim Rückpass von Hafner im letzten Moment geblockt werden. Danach gab es Freistoß für die Hausherren. Faber zirkelte das Leder in den Fünfmeterraum, Johannes Aschenbrenner kam völlig frei an den Ball, drückte ihn aber am Pfosten vorbei (53.). Vier Minuten später versuchte es Faber aus der Distanz, doch die Kugel war eine sichere Beute für Wittmann.

Die Druckphase der Badstädter ebbte wieder ab – plötzlich eine Schrecksekunde für sie. Einen klasse Freistoß von SV-Kapitän Stephan Herrmann aus gut 20 Metern lenkte FC-Torhüter Moritz Riedl reaktionsschnell mit einer Hand noch über den Querbalken (65.). Spätestens jetzt war klar – wer den ersten Treffer setzen würde, sollte als Sieger vom Platz gehen. Hanninger hatte für die Bad Kötztinger eine Möglichkeit, doch wieder war die Etzenrichter Defensive zur Stelle. Zwei Minuten später hatte die Fuhrmann-Elf die Führung und vielleicht auch den Siegtreffer auf dem Fuß. Christian Ermer war nur mit Begleitschutz durch, scheiterte aber allein vor FC-Keeper Moritz Riedl. „So einen musst du in unserer Situation halt reinmachen“,war Gästecoach Rüdiger Fuhrmann nach Spielende bedient.

Die Schlussminuten waren ein Spiegelbild der Partie. Den Badstädtern fehlten weiter zündende Ideen, um die vielbeinige SV-Defensive zu knacken. In der 88. Minute hatten die Etzenrichter Glück, dass Wittmann die Direktabnahme von Spirek gerade noch über die Latte lenken konnte. In der Nachspielzeit gelang der Penzkofer-Elf doch noch der Lucky-Punch. Mohammed Abdallah, in der 84. Minute eingewechselt, wurde zum Matchwinner. Ein Freistoß von Faber konnte nur unzureichend geklärt werden, über Umwege kam der Ball zu Abdallah, und der Ghanaer traf mit einem Linksschuss genau ins Toreck (90.+1).

Stimmen der Trainer

Rüdiger Fuhrmann ( SV Etzenricht):„Wir sind sehr enttäuscht, denn ich denke, dass wir uns einen Punkt verdient gehabt hätten. Leider haben wir nach einem Torwartfehler ganz spät diesen Treffer bekommen. Davor haben wir einige gute Möglichkeiten liegenlassen, da hätten wir einen Wirkungstreffer setzen können. Dann hätten wir etwas Zählbares mitgenommen, denn den Gastgebern ist wenig Konstruktives eingefallen. Trotzdem Respekt an meine Jungs. Wir sind mit dem letzten Aufgebot angetreten und haben den Bad Kötztingern alles abverlangt.“

Benjamin Penzkofer ( 1. FC Bad Kötzting): „Wir hatten anfangs Probleme, in dieses Spiel zu kommen. Unsere ganze Spielanlage war zu langsam und wir hatten viele Fehler im Spiel. Etzenricht war immer gefährlich, und nach einer guten Stunde ging die Partie hin und her. Da haben wir immer wieder die falschen Entscheidungen getroffen und die Räume nicht genutzt. Wir waren auch ziemlich K. O. nach dem Mittwochspiel, genauso wie unser Gegner. Nach den neunzig Minuten wäre vielleicht ein Remis das gerechte Ergebnis gewesen.“