Landesliga

Unnötige Niederlage in Bad Abbach

Badstädter verlieren die Partie in Bad Abbach trotz Pausenführung und personeller Überzahl

Die Landesligapartie zwischen dem TSV Bad Abbach und dem 1. FC Bad Kötzting war am Samstagnachmittag nichts für schwache Nerven. Nach hektischen neunzig Minuten hatten die Kicker von der Donau-Freizeitinsel mit 3:2 Toren die Nase vorne, obwohl sie zur Pause noch mit 1:2 im Rückstand lagen. Nach der Pause drehten die Gastgeber die Partie zu ihren Gunsten, obwohl nach 93 Minuten nur noch mit 8 Spielern auf dem Feld. Die teils überharte Gangart der Hausherren wurde mit 3 Platzverweisen bestraft. Kapitän Rudi Bartlick (30.) und Patrick Liebl (85.) mussten mit gelb-rot, sowie Andreas Schröppel (90. + 3) mit glatt Rot vorzeitig zum Duschen.
 
„Diese Niederlage haben wir uns selber zuzuschreiben“, lautete das Fazit von FC-Coach Peter Gallmaier. Seine Elf hatte den frühen Rückstand in eine 2:1 Pausenführung gedreht und war in Durchgang eins auch das klar bessere Team. Nach Wiederanpfiff und den schnellen Ausgleich durch Pascal Haltmayer (46.) fanden die Badstädter nicht mehr zurück ins Spiel. Zu wenig Engagement und Laufbereitschaft führten am Ende dazu, dass die Abbacher nach neunzig Minuten sogar noch einen 3:2 Sieg bejubeln konnten.
 
Die Gallmaier-Elf startete gut in die Partie, wurden aber mit dem ersten gelungenem Angriff der Hausherren eiskalt erwischt. Uran Wazlawik bewies im Sturmzentrum Übersicht, bediente Florian Folger und der schloss zum 1:0 ab (12.). Die Gäste aber kaum geschockt, sie blieben am Drücker und erspielten sich ein klares Übergewicht. Die Belohnung nach 24 gespielten Minuten. Ein Eckball landete bei Miroslav Spirek, der das Leder erneut in den Fünfmeterraum brachte. Der aufgerückte Daniel Christoph war zur Stelle und köpfte zum 1:1 ins Netz. Dann der erste Aufreger in dieser Partie. Der früh verwarnte Kapitän Rudi Bartlick reklamierte nach einem Foul in Wolfgang Liebl so lange, bis ihm der kompromisslose Unparteiische Florian Heilgemeir die gelb-rote Karte unter die Nase hielt (30.). Die Unruhe auf und neben dem Spielfeld war von da an perfekt. Die Gäste ließen sich davon nicht anstecken. Süssers Knaller zischte um Zentimeter am Torwinkel vorbei (36.). Vier Minuten vor dem Seitenwechsel hatte die Gallmaier-Elf verdientermaßen das Match gedreht. Dieses Mal war es Stefan Hofner, der von rechts geflankt hatte und mit Adam Vlcek einen Abnehmer fand. Der nahm das Leder gekonnt an und ließ Räuschl keine Abwehrchance (41.) Der 1. Treffer des Tschechen im rotblauen Trikot. In der Nachspielzeit beinahe nach das 3:1 für die Gäste. Spirek hatte vorbereitet und Matthias Graf verfehlte um Haaresbreite. Dann war Pause auf der Donau-Freizeitinsel. Die Führung und die numerische Überzahl sollten den Rotblauen in die Karten spielen.
 
Doch es kam anders. Die Gäste mit dem Kopf wohl noch in der Pause, als das Leder zum Ausgleich im Netz einschlug. Daniel Christoph mit einem Ballverlust und Pascal Haltmayer zog aus 18 Metern ab - Mulac war zu spät unten (46.). Bad Abbach war wieder im Spiel und nun wurde die Partie zunehmend hektischer. Das Spiel der Gäste zerfahren, von einer personellen Überzahl war nichts zu spüren. Bad Ababch machte hinten dicht und sorgte bei den wenigen Gegenangriffen immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Peter Mulac. Der musste in der 71. Minute ein drittes Mal hinter sich greifen. Sisko zirkelte einen Freistoß aus knapp 20 Metern an der Mauer vorbei – Bad Abbach hatte das Spiel gedreht.
 
Die Gallmaier-Elf antwortete mit wütenden Angriffen, das Spiel aber zu wenig durchdacht, um die vielbeinige Abwehr der Hausherren entscheidend in Gefahr zu bringen. Die beste Möglichkeit für sie durch einen Freistoß. Michael Eyerer wurde von Patrick Liebl brutal niedergestreckt, der dafür mit gelb-rot vom Platz musste (83.). Süsser zirkelte das Leder über die Mauerer genau ans Lattenkreuz.
Die Gallmaier-Elf hatte noch einige Minuten und nun eine doppelte Überzahl. Die Zeit lief den Gästen aber davon. Es blieb dabei, die Offensivaktionen waren zu durchsichtig und die Hausherren stemmten sich mit allen erlaubten und auch unerlaubten Mitteln dagegen. Unrühmlicher Höhepunkt war in der 3. Minute der Nachspielzeit der dritte Platzverweis für die Gastgeber. Andreas Schröppel mit einem rüden Einsteigen und der Unparteiische erneut konsequent. Rot für den Bad Abbacher Mittelfeldmann.
 
Dann war Schluss in Bad Abbach. Die Gäste mussten sich an der eigenen Nase fassen. Sie hatten ein Spiel, dass sie sicher im Griff hatten leichtfertig aus der Hand gegeben und damit wertvolle Punkte liegen gelassen.
 
TSV Bad Abbach: Räuschl , Liebl, Eller (62. Sisko), Doblinger, Schlagbauer, Bartlick, Schröppel, Sigl (46. Dimespyra), Haltmayer, Folger, Wazlawik (86. Gueye) - Trainer: Wagner.
1. FC Bad Kötzting: Mulac, Graf, Liebl, Lex (75. Eyerer), Christoph (62. Hutta), Aschenbrenner, Hofner, Süsser, Fredl, Vlcek (62. Christoph Schambeck) - Trainer: Gallmaier.
Schiedsrichter: Florian Heilgemeir (Stadtbergen), Zuschauer: 250.
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot: Rudi Bartlick (30./TSV Bad Abbach/Foulspiel und Reklamieren), Gelb-Rot: Patrick Liebl (85./TSV Bad Abbach/wiederholtes Foulspiel), Rot: Andreas Schröppel (90. + 3/TSV Bad Abbach/grobes Foulspiel).
 
 
Stimmen zum Spiel:

 

Peter Gallmaier (Trainer 1. FC Bad Kötzting): Ich bin maßlos enttäuscht. Nicht nur über das Ergebnis, sondern auch über die Leistung, gerade nach der Pause. Wir haben es trotz numerischer Überlegenheit und der Führung nicht geschafft hier zu punkten. Im ersten Durchgang war das völlig in Ordnung, die Mannschaft hat auch den Rückstand weggesteckt und die Partie gedreht. Nach dem Seitenwechsel hat es dann bei uns an Vielem gemangelt. Da waren nicht mehr die richtige Einstellung und der letzte Wille da, um dieses Spiel unbedingt zu gewinnen.

 

Stefan Wagner (Trainer TSV Bad Abbach): Meine Mannschaft hat heute große Moral bewiesen und unglaublich gekämpft. In den ersten 45 Minuten hat Bad Kötzting in Überzahl die Partie gedreht und uns mächtig unter Druck gesetzt. Im zweiten Durchgang sind wir überragend zurückgekommen und uns in die Partie gebissen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, was sie heute geleistet hat.