Landesliga

Gekämpft, geackert und dann doch verloren

Donaustauf nimmt nach einer hart umkämpften Partie die drei Punkte vom Roten Steg mit

Es bleibt dabei. Der 1. FC Bad Kötzting kommt in dieser Saison einfach nicht in Tritt. Am Samstagnachmittag zogen die Badstädter gegen einen starken SC Donaustauf mit 1:2 den Kürzeren. In der heftig umkämpften Partie gingen die Hausherren durch Miroslav Spirek (44.) in Führung. Nach der Pause machten die Gäste Druck, brachten viel Qualität von der Bank ins Spiel und konnten die Partie durch einen Doppelschlag des Brasilianers Wemerson Souza dos Santos (66., 72.) zu ihren Gunsten entscheiden.

 

Ein weiterer Rückschlag für die Badstädter, die derzeit ohnehin nicht zu beneiden sind. Die Verletztenliste ist ellenlang bei den Rotblauen, Peter Gallmaier musste am Samstagnachmittag erneut Umstellungen vornehmen. Youngster Michael Mader stand für den verletzten Petr Mulač zwischen den Pfosten. Kapitän Florian Frisch, Max Gegenfurtner, Moritz Grassl, Daniel Christoph, Patrick Lex und Christoph Schambeck mussten ohnehin passen.

 

Dennoch, die Badstädter hatten sich für diese Partie viel vorgenommen. Sie wussten um die Spielstärke des Gegners und attackierten diesen mit enormer Laufbereitschaft und machten in der Defensive einen fehlerfreien Job. Der SV Donaustauf zwar mit mehr Ballbesitz und dem gefälligerem Spiel, die beiden gefährlichen Angreifer Thomas Wiesner und Nicola Vasilic waren bei Matthias Graf und Jakub Süsser in den besten Händen. Gefährliche Offensivaktionen waren deshalb lange Zeit Mangelware. Glück hatten die Gäste nach einer knappen halben Stunde. Michael Eyerers Flanke konnte Andreas Lengsfeld nur unzureichend klären, doch der aufgerückte Wolfgang Liebl rutschte um Zentimeter am Leder vorbei. Gegen Ende des 1. Durchgangs wurden die Badstädter lebendiger. Der starke Míroslav Špírek mit einem Solo, Lengsfeld musste beim Aufsetzer nachgreifen. Fast mit dem Pausenpfiff die Führung für die Hausherren. Donaustauf mit einem Ballverlust in der eigenen Hälfte, das Leder kam über Umwege zu Míroslav Špírek und der hatte keine Mühe aus elf Metern einzuschieben (44.).

 

Durchgang zwei begann mit zwei dicken Möglichkeiten für die Hausherren. Einen Eckball wehrten die Gäste genau ins Sturmzentrum ab. Míroslav Špírek nahm das Leder direkt, Lengsfeld schon unterwegs ins andere Eck, doch die Kugel flog um Zentimeter am Pfosten vorbei. Wieder Eckball, dieses Mal auf den langen Pfosten und Johannes Aschenbrenner köpfte aus zwei Metern über das Kreuzeck. Das hätte das 2:0 sein können und hätte dem Spielverlauf bei hochsommerlichen Temperaturen sicherlich einen anderen Verlauf gegeben. Doch es kam anderes. Donaustauf machte fortan mächtig Druck und die Badstädter wurden mehr und mehr in die Defensive gedrängt. Der Ex-Bad Kötztinger Andres Vilsmaier brachte frische Kräfte und viel Qualität von der Bank. Josip Juricev ins Sturmzentrum für den bis dahin starken Tobi Wiesner und mit dem ehemaligen tschechischen Nationalspieler Tomas Jun einen Spielgestalter ins Mittelfeld. Und Jun sollte in den kommenden Minuten den Unterschied ausmachen.

 

Der Ausgleich für die Gäste resultierte aber aus einem ruhenden Ball. Andreas Vilsmaier Ball mit einem Freistoß von der rechten Seite und in der Mitte schraubte sich Wemerson Souza dos Santos hoch. Gegen seinen wuchtigen Kopfball war Michael Mader machtlos (66.). Die Gäste setzten nach und sechs Minuten später war die Partie gedreht. Toll herausgespielt über die Stationen Tomás Jun und Wemerson Souza dos Santos. Letzterer versenkte die Kugel aus halblinker Position trocken zum 2:0 (72.). Die Gastgeber geschockt und Donaustauf in dieser Phase mit seiner ganzen individuellen Klasse. Michael Mader stand danach im Mittelpunkt. Er parierte zunächst aus kurzer Distanz und war zwei Mal beim Nachschuss reaktionsschnell zur Stelle. Die Gastgeber mussten mittlerweile dem Laufaufwand der ersten Hälfte Tribut zollen, Donaustauf kontrollierte das Match.

 

Erst in letzten zehn Minuten der Partie mobilisierten die Gastgeber ihre letzten Kräfte, Spirek und Co. versuchten nochmals alles, kamen auch noch zu zwei gefährlichen Eckbällen. Richtig in Bedrängnis kam die Gäste aber nicht mehr, sie konnten den knappen Sieg über die Zeit bringen. Einen Aufreger hatte die Partie dann noch in der Nachspielzeit. Martin Sautner grätsche Míroslav Špírek an der Seitenauslinie brutal in die Beine und sah vom Unparteiischen folgerichtig den roten Karton.

 

Mit diesem Erfolg können die Gäste nun wieder in die vordere Tabellenregion blicken. Die Badstädter kommen dagegen nicht vom Fleck und müssen zusehen, dass sie nicht gänzlich in den Tabellenkeller abrutschen. Am kommenden Samstag muss deshalb in Schwarzenfeld unbedingt ein Sieg her.

 

 

1. FC Bad Kötzting: Mader, Graf, Liebl (83. Šindelář), Aschenbrenner, Mühlbauer, Hofner, Süsser, Fredl (77. Rendler), Vlček, Špírek, Eyerer - Trainer: Gallmaier.

SV Donaustauf: Lengsfeld. Kirschner, Vilsmaier, Sauerer, Kowalczyk, Huber (63. Jun), Sautner, Abulai Calaban Dabó (41. Bucher), Vasilic, Wiesner (59. Juricev), Wemerson Souza dos Santos - Spielertrainer: Vilsmaier.

Schiedsrichter: Jürgen Steckermeier (Altfraunhofen) - Zuschauer: 250.

Tore: 1:0 Míroslav Spirek (45.), 1:1 Wemerson Souza dos Santos (66.), 1:2 Wemerson Souza dos Santos (72.).

Rot: Martin Sautner (90. + 1/SV Donaustauf/grobes Foulspiel).

 

 

Stimmen zum Spiel

Andreas Vilsmaier (Spielertrainer SV Donaustauf): Nach der Pleite gegen Bogen zu Hause wollten wir heute unbedingt dreifach punkten. In Halbzeit eins war es sehr schwierig, Bad Kötzting hat mit viel Kampf und Laufbereitschaft gespielt. Wir konnten uns offensiv kaum in Szene setzen. Dazu der unglückliche Rückstand kurz vor der Pause. Wir hatten uns in der Kabine vorgenommen im zweiten Abschnitt auf Sieg zu spielen. Unser druckvolles Spiel wurde dann belohnt und wir konnten den Sieg über die Zeit bringen. Ich denke, dass der Spielausgang insgesamt verdient ist.


Peter Gallmaier (Trainer 1. FC Bad Kötzting): Ich sehe das ein wenig anders. Wir konnten uns heute leider wieder nicht belohnen. Die Mannschaft hat gegen einen sehr spielstarken Gegner einen enormen Aufwand betrieben und wir konnten sogar in Führung gehen. Gleich nach der Pause hatten wir zwei ganz dicke Möglichkeiten, die hätten dem Spiel einen anderen Verlauf geben können. Donaustauf hat dann von der Bank enorme Qualität ins Spiel gebracht. Der ehemalige tschechische Nationalspieler Tomas Jun hat das Spiel an sich gerissen und das hat den Unterschied gemacht. Wir können da im Moment personell nicht dagegenhalten. Einen Punkt hätten wir uns heute aber verdient gehabt.